Spezichron (2.Gen)

Glashütte Spezichron mit Edelstahl-Gehäuse

Über die Uhr

Die Glashütte Spezichron der Zweiten Generation mit Edelstahl-Gehäuse kam wohl Anfang der 1980er Jahre, nach Einführung des GUB Spezichron Werkes (seit 1979) auf den Markt. Sie folgte damit entweder nahtlos der Variante mit Kissengehäuse oder wurde sogar zeitgleich gebaut. Stilistisch hat es nach dem Kissengehäuse wieder eine neue Form angenommen, die dem Zeitgeist der 80er eher entsprach.

Auch diesmal kam das Gehäuse des Typs Discu-Safe wieder aus der BRD von der Firma Richard Pfisterer aus Pforzheim.

Seriennummern wurden nunmehr nicht mehr auf das Gehäuse geprägt, was das Nachvollziehen des Produktionsvolumens unmöglich macht. Jedoch werden die Spezichron Varianten der Glashütter Taucheruhren wesentlich seltener angeboten, was den Schluss zulässt, dass die Uhren eine kleiner Auflage als ihre Vorgänger hatten.

Die hier gezeigte Uhr ist die Einsatzuhr eines KSK 18 Mitglieds und war nach seiner Aussage die letzte Uhr aus Glashütte die an die Truppe ausgegeben wurde. Auf diese Uhr folgte nur noch die Kampfschwimmer Taucheruhr aus Ruhla 1986.

Herstellungsjahrvermutlich Anfang der 80er
Anzahl hergestellter Uhrenunbekannt

Gehäuse

Auch die Gehäuse der zweiten Generation der Spezimatic Taucheruhren wurden von der Firma Richard Pfisterer aus der BRD importiert. Interessanterweise sind die Uhren nur noch mit 5ATM, also 50m Tauchtiefe ausgewiesen. In der Regel spricht man hierbei nicht mehr von einer Taucheruhr. Trotzdem wurden diese Uhren an das KSK18 ausgegeben. Entweder waren die 50m für den Einsatzzweck ausreichend (TDV gibt maximale Tauchtiefe von 60m vor), oder man wusste das die Gehäuse eine hohe Reserve haben.

Breite Gehäuse37,0mm
Breite über Lünette36,5mm
Länge des Gehäuses43,2mm
Höhe des Gehäuses13,0mm
Bandanstöße20mm
MaterialEdelstahl
GehäuseherstellerRichard Pfisterer, Pforzheim (RP)
Tauchtiefe50m (5ATM)

Der obere Teil des Gehäuses ist mit einem Radialschliff versehen, die Flanken der Uhr sind dagegen poliert.

Zifferblatt

Das Zifferblatt ist im Vergleich zu den Vorgängeruhren gänzlich unterschiedlich. Es gab dabei zwei Versionen. Zum einen gab es Blätter mit gelumten Stundenziffern von 1-12, zum anderen das eher als „sportlich“ angesehene Blatt mit fetten und mit Leuchtfarbe belegten Ziffern 12-6-9 und Indixstrichen.

Der obere Teile ist geprägt durch den bekannten Glashütte Schriftzug, darunter „SPEZICHRON“. Der untere Teil nennt „22 RUBIS“. Rechts ist das Datumsfenster, umrandt von einem weißen Feld. Versionen ohne Datum sind nicht bekannt Versionen mit Datum und Tagesscheibe dagegen schon.

Alle Blätter sind scheinbar heimisch in der DDR hergestellt wurden und weisen den Schriftzug „Made in GDR“ auf.

Lünette

Von der Lünette gab es bei dieser Variante nur eine Verbauform und ist identisch mit der „Bakelit“ Lünette der Vorgängeruhr. Die Lünette ist klassisch gehalten, mit einer Minuterie von 0 bis 60, wobei die Zehnerschritte immer als Zahl abgebildet werden. Auf 12 Uhr findet sich ein Dreieck, welches mit Tritium belegt ist. Im Vergleich zu anderen RP Gehäusen ist das Dreieck mit harten Kanten geformt.

Das Material der Lünette ist Messing, die Einlage ist aus transparentem Plastik.

Zeiger

Die Zeiger sind im Vergleich zu den Vorgängeruhren weiterhin unverändert. Insbesondere der Minutenzeiger ist als auffälliger Pfeilzeiger gestaltet. Alle Zeiger sind mit Tritium belegt.

Bodendeckel

Der gedrückte Bodendeckel ist wie das Gehäuse aus Edelstahl gefertigt. Offensichtlichstes Merkmal und ist das RP Logo (Richard Pfisterer) in der Raute und darunter liegenden DISCU-SAFE Schriftzug. Der umrandende Text weist die Tauchtiefe mit 5ATM, also 50m aus.

Des Weiten finden sich im radialen Layout noch die Bezeichnungen „WATERRESISTANT“ (Wasserfest, im Vergleich zu den Vorgängeruhren die noch WATERPROOF, also Wasserdicht waren) und „ALL STEEL“ (Edelstahl).

Krone

Die Krone ist nicht verschraubbar und hat die Maße 5,65mm x 2,9mm. Die Krone weist kein Logo oder spezielles Muster auf.

Uhrwerk

Beim Uhrwerk handelt es sich um das bewährte Spezichron Kalibergruppe 11 mit Datum oder Tag-Datum. Das Werk ist kaum verziert und silbern gehalten. Das Werk wurde von 1979 bis 1989 rund 363.000 mal gebaut und war das Nachfolgewerk der Spezimatic.

Wissenwertes

  • Nutzung der Uhr durch das KSK 18 nachgewiesen
  • Als Armband kam ein Tropic-Sport ähnliches Gummiband zur Verwendung, das in der DDR produziert wurde (20mm)
  • Versionen mit Datum und Tag-Datum

Bilder aus der militärischen Verwendung